Die Nutzung des Windes als Energiequelle, als technisches Arbeitsmittel in Form von Windmühlen in ländlichen Regionen sowie als Mittel zur Fortbewegung in der Schifffahrt, blickt bereits auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Wenn man es genau betrachtet, ist moderne Windkrafttechnologie eigentlich eher die Auferstehung einer traditionsreichen Nutzung natürlicher Energien. Ohne die Erfindung des Segelschiffes und damit der Nutzung des Windes für die Schiffahrt wären der Austausch von Erfahrungen und Kulturen nicht möglich gewesen. Und vielleicht hätten wir heute nicht das technische Wissen, um Energien für die breite Masse bereitzustellen. Zahlreiche Mühlen nutzten über Jahrhunderte diese Kraftquelle und erleichterten somit den Bauern ihre Arbeit. Um die Jahrhundertwende herum gab es im Norden Deutschlands ca. 30.000 Windmühlen, die Korn mahlten, Wasser schöpften und Holz hackten. Mühlenstandorte waren ein Ort ökonomischen Handels, wie auch heute, benötigte man auch damals Menschen, die die Technologie entwickelten, das Material organisierten und Absatzwege schafften.

Die Windenergie hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufschwung vollzogen. Die im Volksmund als "Spargel" bezeichneten Windräder erzeugten bereits im Jahre 1998 in einer Zahl von 5.000 Stück sauberen Strom. Die Kapazität betrug ca. 2.100 Megawatt. Drei Milliarden Kilowattstunden wurden bundesweit in das öffentliche Netz eingespeist.
In Deutschland drehen sich seit September 2000 8.750 Windräder, die gesamte installierte Leistung liegt mittlerweile bei 5.430 Megawatt. Dies sind gegenüber 1999 22,2 Prozent mehr. Unter normalen Windbedingungen können somit 2 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden. Ende 2000 soll die Zahl der installierten Windräder auf 9.000 steigen und damit eine Steigerung auf über 2 Prozent bewirken.

In der regionalen Verteilung der Windkraft-Leistung liegt Niedersachsen vor Schleswig-Holstein. Auch im Jahre 2000 hatte Niedersachsen den stärksten Zuwachs an Windkraft-Anlagen. Die 1.500 Megawatt-Grenze wurde hier zum ersten Mal überschritten. In Niedersachsen stieg damit die Deckung des Strombedarfs auf über 6 Prozent. Schleswig-Holstein folgt mit einer Leistung von 1.110 Megawatt auf dem zweiten Platz, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 550 Megawatt.

Der Standort moderner Windkraftanlagen ist abhängig vom Windpotential. Dieses ist natürlich nicht überall gleich. Besonders geeignet sind Küstenregionen, Berge und Hügelketten im Landesinneren. Aber auch in diesen Regionen ist es wichtig, den optimalen Standort der Windräder herauszufinden, will man die größtmögliche Wirtschaftlichkeit erreichen. Nimmt die Windgeschwindigkeit um 10 Prozent zu, so lässt sich die Windleistung um 30 Prozent steigern. Mit einer einzigen 1.500 kW - Anlage ist es möglich, 1.000 Haushalte oder zwei Bundesbahn-Elektroloks zu versorgen. Der Strombedarf in Deutschland kann laut unabhängigen Wissenschaftlern in zwanzig Jahren mit 25.000 Windrädern zu 30 Prozent aus Windenergie gedeckt werden. Dabei spielt das flache Meer vor den Küsten eine bedeutende Rolle. In sog. Offshore-Parks soll der Anteil der Windenergie an der Versorgung vergrößert werden.

Auch weltweit findet die Windkraft großen Anklang. Die Probleme, die sich aus dem weltweiten Wirtschaftswachstum, d.h. der Steigerung des Weltwirtschaftsproduktes sowie dem Wachstum der Weltbevölkerung und als Folge davon, der zunehmende Weltenergieverbrauch, ergeben, sind mit der Nutzung konventioneller Energien nicht mehr zu lösen.

Land Anfang 2002 [MW] Anfang 3003 [MW]

 

Die 10 größten Windmärkte der Welt 2003
(Installierte MW in WEA)
Quelle: WPM
Deutschland 8753 12001
Spanien 3335 4830
USA 4245 4645
Dänemark 2556 2889
Indien 1507 1702
Italien 697 785
Niederlande 483 686
UK 485 552
China 399 468
Japan 300 384
WELT 24544 31234

Einer dänischen Studie zur Folge liegen die größten Potentiale in Indien, Spanien und China.
In Dänemark werden bereits 7 Prozent des Strombedarfs durch die Nutzung von Windenergie gedeckt. Der Anteil soll bis 2030 auf 50 Prozent gesteigert werden.